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sehr gut, DANKE!!!
von suchmaschinenoptimierung: 20. November, 18:07
Oberfläche
Diese Kritik hat interessant vorgelegt, ...
von medienkind: 28. Mai, 23:55
Dann den Direktlink probieren:
http://filmkritik.typolis.net/
von admin: 12. Mai, 00:40
Phantastisch
Kann dem Vorredner nur zustimmen. ...
von romme: 3. März, 17:30
Voller Poesie und Ausdruck.
Wirklich Tolle Bilder.
von bigiphone: 13. Dezember, 09:36
13 Lakes
20:30:40
2LDK
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jules über Confidences Trop Intimes

Golfstrom für eine gefrorene Seele: Confidences trop intîmes (Intimste Fremde):

Der farblose Steuerberater Dr. Faber staubt gerne persönlich die alten, biederen Möbel seines Büros ab und wirkt dabei selber total verstaubt. Bis eines Tages Anna in dieses Büro kommt, weil sie ihn für den Psychiater von nebenan hält. Und anfängt, ihr Intimleben vor ihm auszubreiten. Ihre Eheprobleme und Fantasmen wirbeln seine geordneten Akten kräftig durcheinander. Ihre Art zwischen Selbstbewusstsein und Zerbrechlichkeit, ihre Weiblichkeit und nicht zuletzt ihr Charme sorgen für einen innerlichen Luftzug über den Staub auf seiner Seele. Ihre dezent farbigen Kleider – mal ein roter Mantel, mal ein grünes Kleid – wirken bunt in seinem grau-braunen Büro.
In gewisser Weise scheint das Büro von Herrn Faber Ausdruck seines Inneren: dunkel, altmodisch, prüde. Es ist das Büro seines Vaters, alte Bilder hängen über altem Spielzeug: Dr. Faber hat dieses Büro nie wirklich verlassen, er ist mehr oder weniger darin groß geworden. Und vielleicht zieht es Anna gerade ob dieser Dunkelheit und verhaltenen Intimität immer wieder dort hinein, wo sie ihr Inneres nach Außen kehren kann.

Patrice Leconte’s „Confidences trop intimes“ zieht den Zuschauer v.a. durch die Kameraführung in den Bann. Jede Einstellung scheint etwas mitzuteilen, symbolisch auf etwas zu verweisen. In vielen ständig wechselnden und wiederkehrenden Einstellungen in immergleichen Räumen lernen wir leicht schwankenden Blickes die Klaustrophobie der langen, dunklen Flure, Aufzüge, und Büros kennen und spüren. Vor allem aber lässt diese Kamera Sandrine Bonnaire bezaubernd weiblich wirken. Die Weise, wie sie Gesicht und Körper zärtlich umspielt zeugt von einer unschuldigen, verhüllten Erotik: von den Löckchen des Haaransatzes über die blonden Stränen des Haars, von den dunklen Augen bis zum Mund, vom schlanken Hals bis zum Blick in den Ausschnitt. Die Kamera gewährt uns Blicke, die Dr. Faber niemals wagen würde. Und dennoch verwehrt sie die Bilder, die Anna in ihren vertraulichen Geständnissen beschreibt.

Während dieser intimen Bilder- und Blick-Spiele fragen wir uns zusehends wer nun eigentlich eine Therapie bekommt oder nicht, wer eine nötig hat und wer nicht. Welcher Mann spielt mit welcher Frau, welche Frau mit welchem Mann? Dr. Faber erscheint zusehends als ein Spielball der Leute, dessen Probleme er doch eigentlich lösen sollte. Dr. Faber als Spielobjekt seiner mal Ex- mal nicht-Ex-Freundin.

Über allem steht der tatsächliche Psychiater von nebenan. Es sei schwierig, die offene Tür zu einer Frau wieder zu schließen, meint er, während er sorgfältig einen Bleistift anspitzt. Sowieso wird das Türen-Öffnen und –Schließen so ritualisiert, dass man schnell zu der Metaphorik kommt, welche Türen hier eigentlich noch geöffnet werden müssen, bis Dr. Faber die Seine aufschließt, an der doch soviel herumgespielt wird.

Am Ende ist die Tür einen Spaltbreit offen, und sie ist nicht mehr dunkel, sondern hell, passend zu Herrn Fabers neuen Büro.
 

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