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Erstens ist diese Kritik bereits ...
von miro: 5. Mai, 23:53
Ungeheure Lügen
Du bist ja nicht mehr ganz dicht. ...
von claasclever: 26. April, 21:33
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sehr gut, DANKE!!!
von suchmaschinenoptimierung: 20. November, 18:07
Oberfläche
Diese Kritik hat interessant vorgelegt, ...
von medienkind: 28. Mai, 23:55
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von admin: 12. Mai, 00:40
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tom über Devot

Ertragen. Devot

Ertragen. Devot

Ich sitze einmal mehr im CinemaxX Nummer Sieben am Potsdamer Platz, die ersten sechs bis sieben Reihen sind für wichtigere Leute reserviert. Schade, denn der Film ist als Premiere angekündigt, obwohl er gestern schon um 14.30 Uhr im Kino International lief. Aber mittags, so setzt man vermutlich unter Freunden des Films oder zumindest dieses Films stillschweigend voraus, kann eine Premiere niemals wirklich dem Anspruch einer Premiere genügen. Andererseits hat es, so scheint’s, einfach nicht für eine Erstaufführung zur Abendzeit im Berlinale Programm gereicht. Da aber nun die offizielle Premier stattfindet, die ersten Reihen deswegen reserviert und weiterhin die Schauspieler, Regisseure, Produzenten - kurz und scheinbar prägnant auch Macher genannt - anwesend sind, werde ich sie von weiter hinten auch weniger gut sehen.
Das Programmheft verspricht in einer sehr kurzen Kurzbeschreibung, dass Realität und Irrsinn ineinander überblenden werden. Nichts Neues, nichts Verheißungsvolles für einen Film; abgesehen davon, seit all jenen, um immer größere Authentizität bemühten Dokumentationen, fiktiven Dokumentationen, Dokusoaps und Infotainment und überhaupt, wüsste ich ohnehin nicht mehr, was Realität, was Irrsinn. Oder Realität gleich Irrsinn und ein Film fern des Irrsinns jetzt der eigentliche Irrsinn, während Realität Film geworden ist und dann umgekehrt.
Wer will noch wahrnehmen was dann von wo über was ineinander überblendet?
Und während sich das Kino mit Premierengästen und mein Kopf mit immer mehr solcher Gedanken füllt, scheint mir der Text aus dem Programmheft auf eine rührende Art und Weise nostalgisch, fast schon historisch, zumindest aber klassisch.

Sehr bescheiden und freundlich hat sich die endlose Liste der am Film Beteiligten danach auf der Bühne aufgereiht, jeder einzeln vom Regisseur vorgerufen, der Name dabei verkündet wie der eines Boxers. Der Applaus hält meist nicht für die Strecke vom Sitzplatz bis zur Bühne. Die ersten sechs Reihen waren übrigens für die Beteiligten selbst reserviert.
Viele von ihnen haben das erste Mal an einem Kinofilm mitgewirkt, alle fast, bis auf den Regisseur Igor Zaritzki. Es wird gedankt und gelobt. Gedreht wurde in Leipzig, die Mitteldeutsche Medienförderung hat bezahlt. Allein das aus meiner Sicht schon interessant. Wieviel das insgesamt wohl gekostet hat? Es gab nicht viele Drehorte, die Wohnung des Hauptdarstellers, eine Brücke, eine Autofahrt. Sonst nur noch die weiblich Hauptrolle, auch ihr erster Kinofilm und einen Freund, den man nur kurz durch eine halbgeöffnete Tür einen Satz sagen hört. Auch für ihn ein großes Lob vom Regisseur, „der hat das echt super gemacht, obwohl es sein erster Film war“. So sehr ich mich mit der Art der Produktion identifizieren kann, sie respektieren kann, den auf der Bühne stehenden ihr Engagement und ihre Devotion hoch anrechne; ich habe keine Lust auch nur etwas Mühe darauf zu verschwenden, etwas von der Handlung wiederzugeben.
Die Überblendung zwischen Realität und Irrsinn geht in etwa so tief, wie in der Programmbeilage beschrieben. Nicht über die a priori vom Autor gesetzen Begriffe hinaus. Man könnte meinen, der Text im Programmheft war das ganze Treatment, aus dem dann ein Drehbuch konstruiert wurde. Es ist unglaublich anstrengend, diesen Film mit seinen immer erneuten Wendungen, die alles was zuvor geschah, versuchen in Frage zu stellen, zu ertragen, denn: man will das alles gar nicht wissen, es steckt nichts dahinter.
Stellen Sie sich vor: Sie befinden sich in einem großen, recht tristen Gebäude, alle Türen verschlossen, die langen neonerleuchteten Flure ähneln einander, jedes Stockwerk weicht nur geringfügig vom anderen ab. Sie waren schon einmal hier und wissen, dass es irgendwo einen dieser Trinkbrunnen nach amerikanischem Vorbild gibt. Dadurch bekommen Sie unglaublichen Durst und durch den Durst ein Ziel. Sie irren stundenlang durch dieses Gebäude, auf der verzweifelten Suche nach dem Wasser, meinen ständig Orte wiederzuerkennen, sind der Meinung immer kurz davor zu sein, doch hinter der nächsten Ecke stimmt alles auf einmal nicht mehr und Sie orientieren sich von neuem, bis wieder… der einzige Unterschied zwischen diesem Bild und den bewegten des Filmes Devot ist der, dass zu dem sich bei beiden einstellenden identischen Gefühl der Frustration noch ein weiteres hinzukommt. Je länger der Film läuft, desto sicherer wissen Sie, dass dieser Brunnen sich gar nicht im Gebäude befindet, nie dort gewesen ist. Der Durst nimmt irrsinnige Züge an, die beginnen die Realität zu überblenden. Und hier hat das Programmheft dann doch recht.
 

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miro über Devot

Devot

Igor Zaritzki, Deutschland 2003

Sehr spät erst entwickelt man bei diesem Film eine Art Sympathie mit den beiden Figuren, deren verwirrendes, schwer nachvollziehbares Katz und Maus Spiel bis dahin eher teilnahmslos an einem vorüber zieht. Zuweilen ärgern die überzogenen Gesten und die allzu geschickten, zu konstruierten Dialoge. Aber gut, die beiden spielen ein Spiel miteinander, wo Wahrheit und Lüge dicht beieinander liegen, austauschbar und nicht nachprüfbar sind. Das kalkulierte Wort gehört unabdingbar zu diesem Spiel dazu. Das macht es dem Zuschauer lange sehr schwer zu entscheiden, ob er die Figuren mögen oder abstoßend finden soll.

Erst in dem Augenblick, wo man vermeintlich echte Gefühle, wahre Gedanken und Geschichten serviert bekommt empfindet man etwas, wenigstens für sie. Es gibt dann eine Art Verschnaufpause für alle. Aber, reingefallen. Auch das war wieder nur Teil des Spiels. Danach geht es dann so richtig los mit dem Durcheinander und den Unglaubwürdigkeiten. Und dann hat man plötzlich überhaupt keine Lust mehr auf die beiden Figuren und das ganze Drumherum und wartet nur noch auf das Ende, um zu sehen wie der Filmemacher uns und die Darsteller aus diesem Wirrwarr wieder herausholen will. Das was dann als letztes kommt, kann den Erwartungen natürlich in keiner Weise standhalten, ist aber letztlich auch nicht so schlimm, wie man zwischendurch befürchtet hatte. Dieser Debütfilm ist zu gewollt und alles andere als sensibel. Dies trifft sowohl auf die Wahl seiner Mittel und Schauspieler zu, als auch auf den Umgang mit den Emotionen der Zuschauer.
 

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