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Erstens ist diese Kritik bereits ...
von miro: 5. Mai, 23:53
Ungeheure Lügen
Du bist ja nicht mehr ganz dicht. ...
von claasclever: 26. April, 21:33
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sehr gut, DANKE!!!
von suchmaschinenoptimierung: 20. November, 18:07
Oberfläche
Diese Kritik hat interessant vorgelegt, ...
von medienkind: 28. Mai, 23:55
Dann den Direktlink probieren:
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von admin: 12. Mai, 00:40
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tom über Edi

Schwarzes Glas. Edi

Die Leinwand ist schwarz. Und nicht weiß.
Wenn die Leinwand weiß ist, sitzt man nicht im Kino, sondern in einem Wartesaal und wartet auf die Abfahrt des Zuges. Oder auf dessen Ankunft; wenn man allerdings schon vorher auf die Ankunft wartet, tut man das auch wenn das Licht ausgeht und man im Kino sitzt noch. Man kann ihn verpassen und sitzt schließlich immer noch im gleichen Wartesaal, wenn die Lichter wieder angehen.
Der Projektor ist im besten Fall ein Scheinwerfer, der den Körper des Films aus den Tiefen der schwarzen Wand holt, Konturen hervortreten lässt, Situationen und Gesichter materialisiert.

Durch ein wenig Licht an den richtigen Stellen verteilt sich ein See, schwarzes Glas, das Wellen schlägt.
Die Figur Edi sieht den Wellen des Sees zu, wie ich den Erscheinungen aus der schwarzen Leinwand zusehe. So wie der Film „Edi“ dem Leben zusieht.

Die hellen Reflexionen geben der Schwärze erst Raum, so wie das Glück des Edi, ein Kind, erst dessen Unglück ermöglicht. In beidem liegt Schönheit, weil es erst zusammen das Bild ergibt, oder wie es Edi sagt, es dein Leben ist, dein eigenes,
Die Haltung der Figur Edi wird sichtbar durch die Wünsche des Jurek nach einem anderen, besseren Leben als dem seinen; Edi ist der schwarze See und alle anderen Figuren des Films reflektieren darin, das Bild das entsteht, ist nicht Anlaß zu Wut, Trauer, Verbitterung, zu dem Verlangen nach Veränderung, zu Reue oder dem Hadern mit dem Schicksal.
Denn der See bleibt im Ganzen dunkel und schwer liegen, in einer stetigen Schönheit.
Wenn man, anders als Edi auf jenem Steg, den Stock nicht davontreiben lässt, lassen will, sondern festhalten, alles beleuchten und das dunkle vertreiben, das Bild kontrollieren, dann wird die Leinwand weiß.
Dann wartet man nur, aber man sieht nichts mehr
 

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wenke über Edi

Edi

Man sagt, die Wohnung spiegle das Innere eines Menschen wider. Die Frauenzeitschrift Allegra bildet in jeder Ausgabe ein Foto vom Schlafzimmer eines Prominenten ab. Dazu gibt es eine Interpretation zu dessen Seelenleben. In dem visuelle, akustisch und inhaltlich bewegenden Film Edi, erzählen die Schlafstätten der Personen, oder genauer die über den betten angebrachten Bilder, die Geschichte ihrer Sehnsüchte. Immer wieder gibt es lange Einstellungen, in denen Personen auf ihren betten gezeigt werden. Die Bilder im Hintergrund geben mit dem Leben von Edi, Jurek und “Julia” einen oft von Widersprüchen geprägten Eindruck ihrer Wunschwelten. Der Traum vom Paradies und der Wandel dieser Vorstellung mit den Erfahrungen der Träumer ist Thema in Gesprächen zwischen Edi und Jurek aber auch in den Bildern selbst. Für den Schrotthändler Jurek liegt das Paradies im Besitz von drei Fernsehgeräten, wie er auf dem Bett sitzend seinem belesenen Freund Edi erzählt. Im letzten Viertel des Films findet Jurek jedoch sein Glück in genau der Landschaft, die auf dem Ölgemälde über dem mit Edi geteilten Ehebett abgebildet ist. Bis dahin steht das Bild ihrer Träumer in krassem Gegensatz zu den Filmbildern ihrer Umgebung, die vom harten Überlebenskampf zwischen Schrott, Alkohol und Gewalt geprägt ist. Als die beiden Freunde sich mit einem Säugling in die sattgrüne Landschaft der Masuren begeben, ist dies wie ein Aufatmen, eine paradiesische Belohnung für die Qual auf Erden. Die Reise dorthin ist für Edi eine Rückkehr in die Umgebung seiner Kindheit, von der der Film immer wieder eine gleiche Erinnerungssequenz zeigt: aus der Vogelperspektive gefilmt: ein Steg, der in einen See führt, darauf liegend ein Junge mit nacktem Oberkörper, der Stöckchen im Wasser treiben läßt. Schon regnet es wider und die Kamera ruht auf dem Anblick, von dem sie nie genug bekommen kann. Tropen, die dunkle Wasseroberfläche aufwühlen. In einer eher komischen als dramatischen Szene wird Edi sein gestörtes Verhältnis zu seinem Bruder klären. Am Ende kehren Edi und Jurek wieder zu ihrem Leben in der Stadt zurück, wo sie ihr “eigenes leben” und ihre tiefe Freundschaft haben. Die Landschaft über ihrem Bett ist nun kein unerreichbarer Traum oder eine schmerzlich ferne Kindheitserinnerung mehr. Sie können sie jederzeit besuchen.
Die “Julia” träumt in der familiären Enge ihrer illegal zu Geld gekommenen Brüder und Bewacher von der großen Liebe. Wenn sie auf dem Bett liegend mit ihrem Romeo heimliche Rendezvous plant, versinnbildlicht das kitschige Airbrushkunstwerk über ihrem Kopf ihre Sehnsucht nach einem Paradies. Ein Strand, Palmenwedel, ein einsames Paar, das sich vor dem Sonnenuntergang umarmt. Die Erfüllung ihres Traum vom Glück wird von den Brüdern mit Nachdruck verhindert. Aktiv, indem sie die Julia einsperren und durch ihr brutales Auftreten jede Annäherung vorbeugen oder bestrafen. Passiv, indem Julia aus angst vor ihrer Gewalt die Vaterschaft ihres Kindes dem unschuldigen Edi in die Schuhe schiebt, um ihren Romeo zu schützen. Vor dem Bett, auf dem sonst die freundschaftlichen Gespräche zwischen Edi und Jurek (unter ihrem Bild!) stattfinden, wird Edi daraufhin von den Brüdern kastriert. Wir sehen das Gesicht Edis und hören seine Schmerzensschreie. Dann wird Jurek ihn mit der Schrottkarre unter angstvollem Rufen ins Krankenhaus schieben. Vor dem Bett befinden sich Edi und Jurek, als die Brüder nach neun Monaten wiederkehren und den Säugling bringen, letztendlich der Anlaß für Edi, in die friedliche Natur aufzubrechen. Das Baby, das versichern uns die Bilder des Films, bekommt von seinem Ziehvater in der friedlichen Umgebung alles, was es braucht. In seinem hellblauen Strampler liegt es in seinem Bett in einem von sanftem licht erhellten Zimmer mit ebenso hellblauer Tapete. Seine Träume können nur genauso hellblau aussehen, und so lebt das Kind als einziges in vollem Einklang mit seiner Umgebung. Als dann bei seiner taufe die Brüder mit Julia samt leiblichem Vater in das Paradies einbrechen, um den jungen zu holen, trägt Julia ein Kleid im Blau des Stramplers ihres Kindes. In dieser eigentlich tief bedrohlichen und enttäuschenden Wendesituation ist die farbliche Korrespondenz zwischen Mutter und Kind und die ehrliche Dankbarkeit Julias für Edi der einzige Trost. Es bleibt nur die Hoffnung, daß die Bilder über des Schlafstätten nicht in zu großer Entfernung zur Realität stehen werden.


 

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miro über Edi

Edi

Piotr Trzaskalski, Polen 2002

Wie ein Stück Holz auf dem Wasser, so ist Edis Leben. Ein Treibenlassen, dabei nie untergehen. Traurig. Schön.

http://www.edifilm.com/
 

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