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sehr gut, DANKE!!!
von suchmaschinenoptimierung: 20. November, 18:07
Oberfläche
Diese Kritik hat interessant vorgelegt, ...
von medienkind: 28. Mai, 23:55
Dann den Direktlink probieren:
http://filmkritik.typolis.net/
von admin: 12. Mai, 00:40
Phantastisch
Kann dem Vorredner nur zustimmen. ...
von romme: 3. März, 17:30
Voller Poesie und Ausdruck.
Wirklich Tolle Bilder.
von bigiphone: 13. Dezember, 09:36
13 Lakes
20:30:40
2LDK
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a.wendler über Falscher Bekenner

Falscher Bekenner

Wie kann man alles richtig machen, wo alles falsch ist oder zumindest nur das Falsche gelingt? Wo ein Familiengespräch nicht von einer Bewerbungsrunde nicht von einer Vernehmung zu unterscheiden ist? Wo es statt: »Ich mag Dich.« heißt: »Wenn ich mir einen runterhole, denke ich an Dich.« Oder wo jemand, der keine Süßigkeiten essen darf, Schokolade als Versöhnungsgeschenk bekommt.
Man kann alles richtig machen, wo alles falsch ist, wenn man alles falsch macht. Das scheint zumindest die These des Falschen Bekenners zu sein. Und so beginnt und endet der Film dann auch mit einem Blick des Bekenners direkt in die Kamera. Zwischendurch kommen Filmmusik und Musik im Film ordentlich in Unordnung und in den Bewerbungsgesprächen klebt die Kamera auf sehr unschöne Art und Weise am Kopf des bekennenden Bewerbers, der nichts will oder doch nur dieses eine: nichts wollen zu sollen.

Wo alles wünschenswert Westfälische schief geht: Freundin, Lehrstelle, Familienfrieden, erfindet sich das Kind mit dem grauenhaften Namen ein eigenes Leben: schwuler Ledersex auf der Autobahnklappe, die Beerdigung fremder Menschen zur Familienmittagszeit und letztlich die dilettantische Aneignung eines Verbrechens, das keines gewesen ist.

Der Film zwingt dieses falsche Leben im Falschen mit pervers voyeuristischer Kamera auf: ob er ins Badewasser pinkelt und dabei seiner Mutter ein Geheimnis ausplaudert, ob er mit teilnahmsloser Miene an den Straßencowboys das exerziert, was ihm bei der Frau seiner Träume nicht erlaubt ist, ob er auf seinem Bett nichts anderes tut als die Minuten vergehen zu lassen: die Kamera ist mit unverfrorener Direktheit dabei. Vielleicht ist die Faszination des Falschen Bekenners, dass er ein Porno nur dem Prinzip nach ist.

Der Clou ist, dass es nicht viel zu sehen gibt, dass man es aber in jedem einzelnen Bild fast manisch aufsaugt. Die wundervoll-spießigen Details ambitionierten Wohnens der 80er-Jahre, der Blick auf die Fotos westfälischer Hausfrauenchöre, die Faszination an dem, was eine Frisur hätte werden können, aber nur ein blonder Strohkopf geworden ist. Halbe und Viertelgeschichten sind so dicht aneinander montiert, dass man nicht recht weiß, ob man sie zusammenlesen darf oder ob sie nur zufälliger Effekt der betonten Unaufgeregtheit dieser Blicke sind: das Begehren hängt an motorradfahrenden Lederkerlen, das Begehren hängt an der Freundin eines ledernen Motorradfahrers. Wer begehrt hier wen?

Ein Protagonist von faszinierender Dummheit, Bilder von faszinierender Klarheit und unendlicher Suggestivität, ein richtiger Film voller falscher Dinge; falsche Bilder, richtig montiert. Wer das falsche will, der muss es richtig wollen, scheint Armin, willenlos und wortkarg ins Kino zu nuscheln.

Buch: Christoph Hochhäusler
Kamera: Bernhard Keller
Schnitt: Stefan Stabenow
Musik: Benedikt Wolfgang Schiefer
35 mm, Farbe, 94 min
 

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