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sehr gut, DANKE!!!
von suchmaschinenoptimierung: 20. November, 18:07
Oberfläche
Diese Kritik hat interessant vorgelegt, ...
von medienkind: 28. Mai, 23:55
Dann den Direktlink probieren:
http://filmkritik.typolis.net/
von admin: 12. Mai, 00:40
Phantastisch
Kann dem Vorredner nur zustimmen. ...
von romme: 3. März, 17:30
Voller Poesie und Ausdruck.
Wirklich Tolle Bilder.
von bigiphone: 13. Dezember, 09:36
13 Lakes
20:30:40
2LDK
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wenke über Goff in der Wueste

Goff in der Wüste

Ein Kunstwerk ist wertvoll, wenn es seit seiner Entstehung und der Entfernung von seinem Schöpfer seinen Zustand nicht verändert, es also den Moment der Schöpfung konserviert. In bestimmten Fällen kann es jedoch auch die eigene Geschichte des Werks sein, die sich in das Objekt eingraviert und seinen Wert ausmacht. Wenn Emigholz einen Film über Bruce Goffs Architektur macht, entsteht weniger eine Dokumentation der Architektur als vielmehr eine Dokumentation der Zeitlichkeit der Architektur. Diese wird zu einer Kunstform, die die Spuren der Zeit auf sich trägt, und das in mindestens zweierlei Weise.
Fast (und auf diesem Wort liegt viel Bedeutung) sehen wir Ansichten der verschiedenen Häuser von Goff. Die (mit zwei Ausnahmen) unbewegte Kamera nimmt für die Länge einer ausgiebigen Betrachtung aus variierten Perspektiven auf. Innen, außen, in kräftigen Farben, ohne Weitwinkel. Dabei sehen wir in den sechs bis sieben Sekunden der Betrachtung die Zeit vergehen. Durch die Fenster der Villen fällt Licht herein und verändert sich, wenn das üppige Laub der Bäume durch einen Windstoß bewegt.
Zum anderen verdeutlicht sich die Zeit auf der perfekt bearbeiteten Tonspur des Films. Wenn eine Hummel in ihrer Verzweiflung im hors champ immer wieder gegen eine Glasscheibe fliegt, dringt dieses Geräusch in übernatürlicher Lautstärke durch die Dolby Surround Anlage des Kinos. Genauso das regelmäßige schrecklich laute Dröhnen von Trucks, die auf dem Highway, an dem die Villa gelegen ist, vorbeirauschen. So erfahren wir die Häuser in ihrer visuellen und akustischen Umgebung, die beide die Zeit nachvollziehen lassen. Nie blickt Emigholz auf die Gebäude, als suche er ihre am Reißbrett entworfene Erscheinung abzufilmen. Der überlaute Highway wird in die spitzwinklige Einstellung integriert, obwohl Goff seine Häuser sicherlich in den teilweise noch vorhandenen Parks imaginiert hatte. Genauso verfährt Emigholz mit den Spuren der Bewohner, die die Häuser nach ihrem Geschmack und Bedürfnissen verändert haben. Ein Basketballkorb an der geometrisch entworfenen Fassade, eine Satellitenschüssel neben der futuristischen Dachkonstruktion, Details des american way of life, die dem europäischen Auge auffallen.
Viele der Häuser verschwinden fast im üppigen Bewuchs der Gärten in den texanischen, kansasischen Subtropen. Emigholz' Aufnahmen arbeiten heraus, welche Behandlung die Häuser erfahren, liebevoll konservierend, verwahrlost und stiefmütterlich am Rande einer lärmenden Straße. Er tut dies, ohne seinen Blick zu verändern. Aus immer gleichen schrägen Winkeln betrachtet er die oft ebenso verwinkelten Gebäude, gleichgültig ob in pittoresken Parks oder im Industriegebiet. Harte Schnitte trennen die wechselnden unbewegten Ansichten, auf denen das Auge ruhen darf. Totale, Halbnah, Vogelgezwitscher, Wind, ein Truck. Alles voll von Zeit und Bewegung. Ohne Menschen.
 

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