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von miro: 5. Mai, 23:53
Ungeheure Lügen
Du bist ja nicht mehr ganz dicht. ...
von claasclever: 26. April, 21:33
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sehr gut, DANKE!!!
von suchmaschinenoptimierung: 20. November, 18:07
Oberfläche
Diese Kritik hat interessant vorgelegt, ...
von medienkind: 28. Mai, 23:55
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von admin: 12. Mai, 00:40
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herr jonas über Hard Luck Hero

Am Beispiel Sabu: Film wie Musik, Regisseure wie Bands zu empfinden. Fan sein. Mehr. Mehr. Mehr.


Hard Luck Hero
Regie: Sabu
Japan 79`


Was interessiert es mich was Schauspieler über ihre Rolle denken. Produzenten sind die ewigen Verlierer in Sachen Verehrung. Außer Peter Rommel und Ethan Coen. Das findet Jerry Bruckheimer bestimmt zum Mäuse melken, kann er sich noch so auf den Kopf stellen. Er interessiert nicht.
Es interessieren nur Regisseur und das Werk. Darum geht es. Es geht um Aufnahmeselektion. Welt einteilen in cool und uncool. Dafür aber auch seine Gründe haben. Fortwährende Reflexion macht den Unterschied zum Konsum. Kein Godard, Autorenfilm, Cahier du Cinema, was ist Kino, Blablabla. Vielleicht doch, aber genau dieses Wissen verdrängen und die Theorie anderen überlassen. Flexibel in der Aussage bleiben und Halbwissen zum Sport machen. “Ich bin mit einem Panzer gewappnet, der ganz aus“ Widersprüchen „geschmiedet ist“. Wahrheitsmystifizierung. Personenkult. Insider Nerd Gewixe. Wussten Sie eigentlich ... ? Will man Bärte oder Bübchen? Haudegen oder Flachzangen? Es geht um das Rockmoment das Film inne hat: Russ Meyers Motorpsycho oder Faster Pussycat Kill Kill. Weil seine Filme laut und wild sind. Weil sie fetzen. Weil sich Bands nach eben diesen Filmen benennen. Von seinem Fetisch absehen. Wenn man drauf steht, drauf sehen. Blaxploitation: „Cool Breeze – und es wird dir heiß, Baby!“ ohne Diskurs genießen. Anschließend Barry Pollack zum Helden erklären, um nie wieder von ihm zu hören. Es geht um Takashi Miikes Grinsen. Dieses kennen und dann wissen wie der Hase läuft. Den Versuch starten im nachhinein herauszufinden, wie lange man gebraucht hat zu erkennen, dass es sich bei diesem Clip um einen Gondry handelt. Es geht um Sebastian Schipper. Dem absoluten Giganten unter den „Ey was gehtŽn Digger Hamburgcity Stylern“ und deshalb Absolute Giganten und die Nacht singt ihre Lieder und deshalb dann auch noch Karmakar viel, viel besser oder überhaupt und prinzipiell gut zu finden. Sich nicht an politischen Unkorrektheiten ablangweilen, wenn man Sofia Coppola heiß findet. Oder heiß finden will. Oder einfach nur lieb haben. Und überhaupt: Ein selbst suggeriertes persönliches Liebhaben über die Leinwand hinaus erst wieder möglich machen. Es geht aber auch um das erschreckenden Moment herauszufinden, dass eine bestimmte Mode, Ästhetik, Musik und Filme, die als gut empfunden wird, nicht mehr auf der üblichen, beruhigenden politischen Gesinnung basiert: Vincent Gallo und Ambivalenz. Sich an jedem seiner Interviews ergötzen. Laut lachen. Ihn dann wieder hassen, sich aber trotzdem auf Brown Bunny freuen. Um aus diesem dann „der berüchtigten Szene wegen“ raus zu kommen und sich zu denken: „Naja er ist nicht so groß wie der von Rocco Sifredi aber immerhin....Chloe Sevigny. Tss tss tss“ Sonntags dann wieder seine Platten hören. Verdammt sind sie gut. Und nur er hat sie so machen können. Darum geht es. Es geht darum, es zu verhindern, dass auch nur eine Person im Bekanntenkreis oder in der Familie bei einem Wedel Film einschaltet. Auch wenn es die eigene Großmutter ist. Es geht darum Studentenfilmern mit Stockhieben auf die nackten Fußsohlen zu drohen, die Filme über Bordelle machen wollen, ohne jemals im Puff gewesen zu sein. Es geht darum Drogenszenen ausgesetzt zu sein, inszeniert von Typen, die noch nicht mal von Schnaps gekotzt haben: Realness ist Prämisse. Es geht darum sich das gesamte Zusatzmaterial von der Magnolia DVD mit einem Strahlen in den Augen zu verschlingen. Nicht aber das von der Herr der Ringe DVD. Nicht das Peter Jackson nicht cool wäre. Nein, der ist großartig aber ... Sie wissen schon was ich meine.


Also: Sabu. Sabu heißt eigentlich Hiroyuki Tanaka. Künstlernamen sind immer gut. Sabu steht vorne. Sabu sagt: „Ich bin der große, geniale Regisseur Sabu“. Zum Film ein ironisches: „Beim Ende hab ich mir besonders Mühe gegeben“. Drückt dem Übersetzer einen Fotoapparat in die Hand und lässt sich vor dem jubelnden Publikum fotografieren, bevor er die Bühne verlässt. Ist super. Die Nummer hat er letztes Jahr auch schon gebracht. Ist noch viel besser. Pose als Position. Gute Position. Gute Pose. Guter Anzug. Guter Typ. Guter Film. Auch wenn er nicht so gut ist. ... Egal. Darum geht es.


Die schlimmste Klischeefrage im Musikjournalismus: „Euer neues Album hört sich ganz anders an, was ist passiert?“. Die schlimmste Klischeeantwort: „Wir sind reifer geworden.“ Die letzte Strokesplatte knüpft nahtlos an der alten an. Also ist sie super. Sabu ist kein bisschen reifer geworden. Also cool. Die Attitüde bleibt und Hard Luck Hero ist das selbe wie Dangan Runner. Dangan Runner ist Fetzfaktor 10 000. Wie die Ramones. Ramones sind geil, weil immer gleich. Wenn sich jetzt allerdings rausstellt, dass die Band im Film V 6 beschissen ist, wirdŽs schwer sich Sabu wieder cool zu reden. Aber das schafft man schon irgendwie, wenn man will.
 

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