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Erstens ist diese Kritik bereits ...
von miro: 5. Mai, 23:53
Ungeheure Lügen
Du bist ja nicht mehr ganz dicht. ...
von claasclever: 26. April, 21:33
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sehr gut, DANKE!!!
von suchmaschinenoptimierung: 20. November, 18:07
Oberfläche
Diese Kritik hat interessant vorgelegt, ...
von medienkind: 28. Mai, 23:55
Dann den Direktlink probieren:
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von admin: 12. Mai, 00:40
13 Lakes
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a.wendler über Hotel

Was ich eigentlich gern gesehen hätte

»hotel« ist ein Film, der nicht nur großspurig und lächerlich Zitate aufruft, sondern der selbst in großspurigen und lächerlichen Zitaten seiner Regisseurin zitierbar ist: »Der Film richtet den Blick auf dieses nicht fassbare Element. Als läge unter der Oberfläche unseres Alltags ein unbekannter Masterplan, dem die Ereignisse gehorchen.« Selbst wenn man Spaß an Vulgärmetaphysik hätte, würde man hoffen von Jessica Hausners Masterplan verschont zu bleiben. Ihre Sätze wären sogar dann Blödsinn, wenn man sie nicht auf den Film beziehen würde. In diesem Kontext aber sind sie schon fast eine Unverschämtheit. Während ich den Flyer zum Film wieder und wieder fassungslos lese, frage ich mich, ob einen die österreichische Filmbranche systematisch in den Wahnsinn treibt, so wie der Film immer tiefer in einen mit viel Lichteffekten inszenierten Wald taucht, in die Einsamkeit ferner Gebirge und in eine Welt, die nur aus Nacht besteht.
Im Kino gibt es Bilder, über die man sich besonders freu: zum beispiel wenn hinter einem halbdurchsichtigen Vorhang eine Frau in Lebensgefahr zum letzten Mal duscht. Oder wenn Steadycams durch unübersichtliche Hotelflure treiben. Wenn aber hier knallige Farben mit Werbequalitäten den Hintergrund für gänzlich grundlose und unergründliche Schauspiele abgeben, dann betet man, es möge sich nicht um eine Anspielung auf David Lynch handeln, weil man den einmal mochte. Bei »hotel« hat man jedes Vergnügen am Sammeln von Einstellungen von vornherein dadurch beendet, dass man die Zitate eins nach dem anderen ins Programm gedruckt hat. Irgendwann, als die Hauptdarstellerin mit ihrem sinnlosen Gesicht wieder einmal knapp an der Kamera vorbei ins dunkle Nichts stiert und das vermutlich Vorahnung oder plötzliche Hellsicht bedeuten soll, merke ich, dass dieser Film wie McDonalds funktioniert: auf den Plakaten sehen die Salate aus wie in meinen Träumen, höre ich das Knuspern saftigen gegrillten Fleisches und rieche den Duft von betörenden Saucen. Wenn man reinbeißt, fragt man sich, warum man nicht einfach ein richtiges Steak in eine richtige Pfanne geworfen hat.
Und so ist der Film der fade Vorgeschmack, auf einen Film, den man eigentlich hätte sehen wollen. Wie zum Beispiel Almodóvars »Volver«, zu dem ich vor der sinnlosen Reise in ein Hotel fernab der Großstadt im mythischen österreichischen und grottenübersäten Wald den Trailer sehen durfte. Da taucht eine tote Mutter namens Irene bei ihrer Tochter auf und ist so viel lebendiger als jene Irene hinter dem Tresen des Waldhauses, die sich auf die Suche nach ihrer Vorgängerin Eva begibt, die ich plötzlich in der Gefriertruhe von »Volver« sehe, die irgendwo im Wald vergraben wird. Während Almodóvar in witzigen und klugen Wendungen unzählige Filmteams und Regisseure in den Leben verhinderter Huren und schlagfertiger Transen wühlen lässt, kann man Hausners Film geradezu als Anti-Gender-Film lesen. Kein Klischee wird ausgelassen: die noch im Wald ihr Unwesen treibende Hexe, die schüchterne und züchtige Dorfliebe zu einem gar feschen Bub. Wo bei Almodóvar ein umfassendes Spiel mit projizierten und wirklichen Identitäten steht oder bei Lynch die Suche nach Rätseln, die dem Kinozuschauer auch wirklich gestellt sind, hängt Hausner graue Vorhänge vor die Fenster und penetriert den Kinozuschauer mit ihren dramaturgischen Unzumutbarkeiten.
Wenn Almodóvar als spanischer Regisseur die Bilder einfängt, die ein überstrenger spanischer Katholizismus hervortreibt, wenn Lynch auf der Suche nach den Gründen und Ursprüngen der umfassenden amerikanischen Paranoia nichts als paranoide Bildwelten findet, dann hinterlässt Jessica Hausner Filmbilder aus Österreich, die einem den kalten Schweiß auf die Stirn treten lassen. Nicht, weil man in den Alpentälern und Berggasthöfen einen unergründlichen Horror vermuten muss, sondern weil man das Gefühl hat, das hier alles angekommen ist, bis auf das zeitgenössische Kino.
 

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