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von miro: 5. Mai, 23:53
Ungeheure Lügen
Du bist ja nicht mehr ganz dicht. ...
von claasclever: 26. April, 21:33
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sehr gut, DANKE!!!
von suchmaschinenoptimierung: 20. November, 18:07
Oberfläche
Diese Kritik hat interessant vorgelegt, ...
von medienkind: 28. Mai, 23:55
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von admin: 12. Mai, 00:40
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admin über My Live Without Me

Hallo!

Ich hab jetzt gestern einen Film gesehen und zwar "mein Leben ohne mich" im Mon ami. Habe mal ins Weblog geschaut obs da schon was über den Film gibt, und siehe da - nein es gab nichts. Da dachte ich mir, schreib ich doch mal selber einen Text und schicke ihn dir, wenn du ihn annehmbar findest kannst du ihn ja ins log stellen. Hm allerdings frage ich mich, wieso nichts darüber bei euch zu finden ist, wart ihr nicht bei der Berlinale 03 ? Na egal, ich hoffe, es ist kein kalter Kaffee, falls doch kannst du mir ja mal schreiben wie du den Text an sich fandest.

danke gruss boris


->
Wenn man wieder mal mitten in einer Herbstdepression steckt, ist es meistens eine gute Idee, sich ins kommunale Kino zu begeben und einen dieser wahnsinnig intellektuellen deprimierenden Studentenfilme zu sehen, mit langen Einstellungen, eintöniger Musik und so richtig echten Emotionen wie Verzweiflung, Trauer etc.

Das hilft einem zwar nicht aus der Herbstdepression heraus, aber wenigstens weiss man dann warum man deprimiert ist. Ähnliche Motive muss ich auch gehabt haben, als ich "My Life Without Me" im Mon Ami gesehen habe. Der Plot lässt ja nun schon schlimmes ahnen: Eine Frau, die in armen aber halbwegs glücklichen Verhältnissen (niedliche Kinder und netter Ehemann) lebt und gerade auf bessere Zeiten hoffen darf erfährt, dass sie noch maximal drei Monate zu leben hat. Den Tod vor Augen tut sie diverse Dinge, die sie nicht unerledigt lassen will.

Kurz gesagt, wir begleiten eine sterbende 23jährige Mutter während den letzten Monaten ihres Lebens.

Wie überrascht war ich da, als ich dann mit einem durchweg positiven Gefühl aus dem Kino kam ! Man darf das nicht falsch verstehen, der Film macht sich in keiner Weise über sich selbst lustig. Abgesehen von ein paar durchaus witzigen Momenten ist die Handlung überaus deprimierend. Und auch das grosse rettende Wunder bleibt am Ende (glücklicherweise) aus. Trotzdem hat man das Gefühl, ein Happy End gesehen zu haben. Warum ist das so ? Zuerst mal ist der Film an sich einfach gut gemacht. Der Ton lässt nichts zu wünschen übrig, Soundkulisse und Musik sind prima auf das Bild abgestimmt. Die Handlung wird an keiner Stelle langweilig, lässt aber auch keine logischen Schritte aus und die Schauspieler spielen individuell glaubwürdig ausgestaltete Charaktere, so dass der Cineast einfach befriedigt aus dem Kino geht und sich freut, für die Karte vier Euro bezahlt zu haben.

Doch das ist es natürlich nicht allein. Es wirkt einfach irgendwie kraftspendend zu sehen, wie diese junge Mutter, die mich übrigens persönlich ein wenig an Wynona Ryder erinnert, sich in ihren letzten Monaten aufbäumt und all das tut, was noch zu erledigen ist. Was dabei besticht, ist die Zielstrebigkeit, mit der sie ihre to do - Liste abhandelt. Mit der Gewissheit im Hinterkopf, nur noch ein kurzes Leben vor sich zu haben, hält sie ihr Leben so fest im Griff, wie ich mein Leben auch gerne fest im Griff hätte. Dabei tut sie gar nichts unmenschliches, wichtig dabei ist, dass sie ein festes Ziel hat auf das sie hinarbeitet.

Als sie dann schliesslich stirbt, hat sie dieses Ziel erreicht und kann in Frieden sterben, wie ein Samurai, der trotz abgeschlagenem Kopf noch seinen Gegner erledigt hat, freilich weniger martialisch, aber im abstrakten Sinne ein ähnlicher letzter Erfolg, der nur wenigen Menschen hold sein dürfte. Insofern gibt es keinen Grund zu langanhaltender Traurigkeit, sondern nur Anlass zur Bewunderung dieser zarten aber harten kleinen Frau, die mit ihrem Kampf gegen die Krankheit, die Zeit und den Tod all den gesunden Menschen zeigt, was in einem Menschen stecken kann, wenn er (oder sie) es nur will.

Freilich zeigt "My Life Without Me" eine nichtexistierende, sehr gute Welt, in der man seine Probleme lösen und all seine Ziele erreichen kann wenn man nur den Willen dazu hat. Diese heutzutage sehr weitverbreitete Yuppiephilosophie hat durchaus ihre Schwächen und das sollte man nie vergessen. Tolle Menschen für einen Seitensprung trifft man eben nicht einfach mal so nebenbei im Waschsalon, und wenn doch wird man sie nicht so einfach wieder los und eine Ersatzmutter für seine Kinder zu finden, dürfte auch nicht ganz so einfach funktionieren, wie der Film uns das so glauben machen will. Wenn das Leben wirklich so einfach wäre, dann gäbe es wohl nichts schwieriges und kompliziertes auf dieser Welt und das ist nun mal einfach nicht der Fall.

Insofern sollte man sich davor hüten, Filme wie diesen zu einer zentralen Selbstphilosophie zu machen.

Aber das verlangt ja auch niemand, und so ist "My Life Without Me" ein schönes zartbitteres Märchen, das man am besten an einem grauen Novembertag geniesst und danach ein wenig grübelnd durch den Nebel nach Hause stapft, und sich dabei sein Herz mit dem Wissen erwärmt, dass man dann doch noch ein wenig Zeit zum Leben hat, was man dann zu Hause auch gleich mit einer schönen Tasse Kakao begiessen kann.

MY LIFE WITHOUT ME
Kanada/Spanien 2003, 106min, Farbe
R/B: Isabel Coixet
K: Jean-Claude Larrieu
 

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