Mo, 18. Feb. 2008, 13:05 by matthias_k

AUSLANDSSEMESTER FINNLAND

Auslandssemester in Tampere, Finnland

Im Wintersemester 2007/08 habe ich ein Auslandssemester an der Tampere Polytechnic in Finnland verbracht. Wer darüber nachdenkt, für eine Zeit nach Finnland zu gegen, sollte dies auf jeden Fall tun! Das Land ist wunderschön, nicht so dicht besiedelt wie Deutschland, dafür mit riesigen Wäldern und vielen Seen. Tampere liegt im Süden Finnlands, ungefähr 200km von Helsinki entfernt. Es ist die drittgrößte Stadt Finnlands, mit ca. 200.000 Einwohnern.

Das Studium war perfekt organisiert, man wird sehr gut betreut. Man studiert an der TTVO, das ist das Media & Art- Departement der Tampere Polytechnic. Der Campus liegt zentral in der Stadt, in einer alten Fabrikhalle. Alle Erasmus-Studenten im Bereich Medien nehmen am „Interactive Media Programme“ teil. Dies ist ein speziell für Austauschstudenten organisiertes Programm, im man die Produktion von linearen Medien (z.B. Kurzfilm) und interaktiven Medien (Installationen, Interaktive Filme) erlernt. Ein Unterschied zur Bauhaus-Universität ist, das die Tampere Polytechnic eine Fachhochschule ist. Man hat jeden Tag von ca. 9-15 Uhr Kurse und einen festen Stundenplan. Der Unterricht ist locker, aber effektiv und die Dozenten sehr gut und motiviert.
Ich denke, dass der Austausch vor allem für Leute, die vor dem Studium noch keine Berufsausbildung oder längeren Praktika gemacht haben, interessant ist. An der Tampere Polytechnic lernt man wie man eine Filmproduktion oder eine Produktion von interaktiven Medien angeht. Der gesamte Produktionsprozess wird unterrichtet und die notwendigen Kenntnisse werden vermittelt. So hat man zum Beispiel Workshops in After Effects, FinalCutPro, ProTools, Director und DVD StudioPro. Man lernt dadurch alle Programme kennen, die man braucht um eigene Filme umzusetzen. Weiterhin gibt es Unterricht im Drehbuchschreiben, Schauspielführung Cinematographie/Lichtsetzen und Montagetheorie. Im Bereich der interaktiven Medien lernt man Konzepte zu entwickeln und den Umgang mit Programmen wie Flash und Director. Die Dozenten werden teilweise aus der Wirtschaft "eingekauft" um euch zu unterrichten, zum Beispiel Pekko Nieminen, der den After Effects-Workshop macht, hat an den Spezialeffekten von Hollywoodfilmen wie „Harry Potter“ oder „Children of Men“ mitgearbeitet. Dementsprechend lernt man sehr praxisorientiert, ich war erstaunt, wie viel ich in kurzer Zeit geschafft habe. Sehr gut ist auch der Kurs von Dr. Christopher Hales, „Interaktive Film“. Man kann innerhalb von kürzester Zeit eigene interaktive Installationen oder Filme realisieren, die sogar funktionieren!
Für berufserfahrene Studenten oder Studenten im Master ist der Austausch vielleicht nicht so effektiv, weil teilweise sehr viel Grundlagenwissen vermittelt wird. Man kann aber auch eigene, freie Projekte umsetzten, wenn man das vor Beginn des Auslandssemesters mit dem Leiter des Programms, Cai Melakoski, bespricht. Cai ist während der gesamten Zeit für die Planung des Programms zuständig und euer Ansprechpartner. Er ist immer für Euch da, auch nicht wenn ums Studium geht, sondern auch wenn ihr andere Probleme habt (z.B. einen Zahnarzttermin auf Finnisch machen müsst oder ähnliches). Die Unterrichtssprache ist Englisch.
In Tampere gibt es drei Unis, mit insgesamt ca. 200 Erasmus-Studenten. Es werden von den finnischen Tutoren sehr viele Ausflüge (z.B. Lappland), Parties und andere Aktivitäten (Sport, Sprachkurse, Kochen, Sauna!) für die Erasmus-Studenten organisiert. Man lernt sehr schnell Leute kennen, sowohl Austausch-Studenten als auch finnische Studenten.
Wohnen kann man in WGs im Wohnheim. Dadurch muss man sich vor der Anreise nicht um eine Wohnung kümmern, sondern wird bei der Ankunft am Flughafen von einem finnischen Tutor abgeholt und zum Wohnheim gebracht. Die Miete ist vergleichbar mit Weimar (190 Euro mit allen Nebenkosten und Internet). Im Allgemeinen ist Finnland teurer als Deutschland, die normalen Lebenskosten (Essen, Bustickets, usw.) sind aber nur geringfügig höher. Da man einen Erasmus-Zuschuss bekommt, ist das nicht so schlimm. Es gibt auch LIDL, Spar sowie einige finnische Supermärkte, in denen man sich günstig versorgen kann.
Beim Ausgehen merkt man den Unterschied aber deutlich (Alkoholpreise, Kino, Zigaretten), deswegen trifft man sich meist vor dem Weggehen bei Freunden in einer WG, bevor man dann später in die Clubs und Bars geht. Es gibt aber auch Clubs speziell für Studenten die (für finnische Verhältnisse) billiger sind.
Einige Dinge die man auf jeden Fall tun sollte, sind Ausflüge nach Helsinki, Tallin (Estland) oder St. Petersburg (Russland). Aber auch in der Umgebung von Tampere gibt es sehr schöne Plätze, innerhalb von 15 Minuten ist man in der Natur. Ich kann ein Austauschsemester in Finnland auf jeden Fall empfehlen!! Wer weitere Fragen hat, kann sich gerne an mich wenden (Email über Jana Mangold). Oder schaut Euch die Homepage der TTVO an: http://www.cult.tpu.fi/ttvo/en/imp/index.php
Matthias Krause

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Matthias Krause
thx for help....very nice article

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kundendienst, Di, 14. Okt. 2008, 17:28
Hallo,

ich hoffe das Auslandssemester ist vorbei und du kannst wieder kräftig aus deinen Erfahrungen bloggen...

Ich freue mich schon jetzt auf viele interessante Nachrichten.

Grüße aus Münster nach Weimar vom Kundendienst legasteniker

Gerald

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casino roulette, Mi, 14. Jan. 2009, 14:10
Hi,
wirklich super Artikel, sehr schön zu lesen, vielen Dank dafür.

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